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Friday, July 3 • 10:45 - 11:45
Persönlichkeitsrecht und öffentliches Interesse — Wie wir das eine berücksichtigen, ohne das andere aus dem Auge zu verlieren

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Das Persönlichkeitsrecht ist ein aus der Verfassung, Art. 2, abgeleitetes Rechtsgut von hohem Rang. Niemand darf  ohne seine Einwilligung mit  seinem Namen oder mit einem Foto in die Öffentlichkeit gezerrt werden, soweit er dazu nicht Veranlassung gegeben hat.

Über sogenannte Personen der Zeitgeschichte, z.B. aktive Politiker, bekannte Künstler und prominente Schauspieler, kann in der Regel auch ohne deren Einwilligung berichtet werden. Sie müssen es hinnehmen, fotografiert oder gefilmt zu werden. Allerdings muss die Berichterstattung grundsätzlich im Zusammenhang mit ihrer Funktion stehen, d.h. reine private „Paparazzi-Bilder“ sind auch hier unzulässig.

Zu Personen der Zeitgeschichte können aber auch nichtprominente Personen werden, auch wenn sie nur vorübergehend in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, wie z.B. Straftäter direkt nach ihrer Tat und während des Prozesses.

Doch auch diese Unterscheidung ist nur eine Faustregel, es ist immer auch eine Frage der Abwägung im Einzelfall. Was wiegt mehr?  Das Persönlichkeitsrecht des einzelnen oder der Anspruch der Öffentlichkeit auf Information?

In jedem Fall sollten wir genauer hinschauen, ob es überhaupt journalistisch notwendig ist, z.B. einen möglichen Verdächtigen für alle Welt identifizierbar abzubilden oder zu benennen? Oder ob es genügt, seine Funktion im Zusammenhang mit dem geschilderten Sachverhalt zu schildern, sein Gesicht auf einem Foto unkenntlich zu machen und nur den ersten Buchstaben seines Nachnamens bekannt zu geben.

 Die Referenten werden diese schwierige Güterabwägung an konkreten Fällen aus ihrer Praxis exemplarisch darstellen.


Referenten
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Ingolf Gritschneder

freier Autor
Ingolf Gritschneder, geboren am 3.9.1955 in Wuppertal, verheiratet, zwei Kinder, gelernter Jurist, seit 1988 freier Fernseh-Autor in Köln. Zahlreiche Reportagen, Dokumentationen und Magazin-Beiträge für verschiedene Sendereihen vorwiegend des WDR (die story, Monitor) aber auch andere ARD-Anstalten und ARTE. Themenschwerpunkte Umwelt und Wirtschaft, in den letzten Jahren u.a. mehrere investigative Dokumentationen zum... Read More →
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Kirsten van Hutten

Rechtsanwältin und Justiziarin, Gruner + Jahr
Dr. Kirsten von Hutten wurde 1972 in Bad Kreuznach geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Lausanne und promovierte nach dem ersten Staatsexamen über die zivilprozessuale Geltendmachung von Widerrufs- und Unterlassungsansprüchen im Medienrecht. | | Frau Dr. von Hutten setzte ihre medienrechtliche Fokussierung während des Referendariates mit Stationen beim SWR, bei Redeker Schön Dahs und Sellner und... Read More →
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Stephanie Vendt

Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, Nesselhauf Rechtsanwälte
Rechtsanwältin Dr. Stephanie Vendt ist Partnerin bei Nesselhauf Rechtsanwälte und Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt ist die presserechtliche Beratung von betroffenen Einzelpersonen, Unternehmen und Verbänden in Krisenfällen – insbesondere im Vorfeld von Veröffentlichungen.


Friday July 3, 2015 10:45 - 11:45
S1 Presserecht

Attendees (6)