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Friday, July 3 • 12:00 - 13:45
Dok-kino II: "Der blinde Fleck" — Vorführung des Films zum Oktoberfest-Attentat (99 Min.)

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Am 26. September 1980 explodiert eine Bombe auf dem Münchner Oktoberfest. Es ist einer der schlimmsten Anschläge der Nachkriegszeit in Deutschland. 13 Menschen sterben, 211 weitere werden verletzt. Ein Journalist des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Chaussy (Benno Fürmann), sucht unablässig nach möglichen Hintermännern.

München, 26. September 1980: der Rundfunkjournalist Ulrich Chaussy und seine Ehefrau Lise packen gerade in ihrer neuen Wohnung die Umzugskartons aus, als sie eine erschreckend laute Explosion wahrnehmen. Am nächsten Tag macht das Ereignis überall Schlagzeilen: Eine selbst gebaute Rohrbombe ist beim Haupteingang des Münchner Oktoberfests explodiert, hat 13 Menschen getötet und 211 weitere verletzt, 68 davon schwer. Bald stellt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen ein. Der 21-jährige Geologie-Student Gundolf Köhler aus Donaueschingen, der bei dem Anschlag selbst das Leben verloren hat, soll aus persönlichen Gründen gehandelt haben und also ein Einzeltäter gewesen sein. Die Behörden leugnen ein politisches Motiv, obwohl Köhler Mitglied der rechtsextremen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ war. Noch kurz vor dem Attentat hatte der Chef des Staatsschutzes, Dr. Hans Langemann, die Gefährlichkeit dieser paramilitärischen Organisation verneint. Das lag auf dem Kurs des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, der die Wehrsportgruppe in Bayern über Jahre hatte groß werden lassen. Unmittelbar nach dem Anschlag drohte diese Politik der Verharmlosung Strauß auf die Füße zu fallen: ein rechtsextremistischer Hintergrund des Anschlags könnte den Kanzlerkandidaten Stimmen kosten. Doch Rundfunkjournalist Chaussy rollt gemeinsam mit dem Anwalt Werner Dietrich den Fall neu auf, da beide Zweifel an den offiziellen Ermittlungsergebnissen hegen. Sie vermuten hinter dem Anschlag rechtsradikale Mittäter. Ihre Recherche ergibt etliche Zeugenaussagen, die auf mehrere Täter hinweisen. Zudem meldet sich bei Chaussy ein Mann, der sich „Meier“ nennt und eigentlich Langemanns Referent ist, und überlässt ihm einen Umzugskarton voller Polizeiakten, die den Fall betreffen. Dort steht schwarz auf weiß: Zwei Hintermänner waren an dem Anschlag beteiligt. Während Chaussy den Fall weiter hartnäckig verfolgt, verlässt ihn Anwalt Dietrich - aus Angst vor möglichen Konsequenzen. Wegen seiner Beharrlichkeit wird Rundfunkjournalist Chaussy bald spöttisch als „Mr. Oktoberfest“ belächelt, und sein Kampf um Wiederaufnahme des Falls wird von den Behörden missachtet. Als er bemerkt, dass er sein Leben und das seiner schwangeren Frau aufs Spiel setzt, zieht auch er sich aus den Ermittlungen zurück.

Weiterführende Links

- Pressedossier zu "der blinde Fleck" auf br.de
- "Einer legt den Fall nicht zu den Akten" (Matthias Hannemann auf faz.de)
- "Auf dem rechten Auge blind" (Hauke Friederichs auf zeit.de)
- "Der blinde Fleck" beleuchtet das Oktoberfest-Attentat (Thomas Gehringer auf tagesspiegel.de)

 


Friday July 3, 2015 12:00 - 13:45
K8 Dok-Kino

Attendees (2)